Stadtteiljubiläum

kranichstein-jubilaeumsflyeDer Stadtteil Neu-Kranichstein ist mittlerweile 50 Jahre alt: Grund genug, das Festjahr mit einem bunten Jubiläumsprogramm auszugestalten. Dabei werden neue Eröffnungen und Stadtteilentwicklungen genauso gewürdigt, wie alte Erinnerungen. Das vielfältige Programm, dessen Flyer hier abgebildet ist, kann unter jubi50-kranichstein nachgelesen werden: .

Der 24. Mai war der Jahrestag der Grundsteinlegung und an diesem wurde im Bürgerhaus bei Kaffee und Kuchen zurückgedacht an die Anfänge Kranichsteins, die am längsten in Kranichstein lebende Bürgerin ermittelt und interessante Gespräche geführt.
Am 25. Mai folgte dann der feierliche Festakt im HEAG Depot, bei dem der Oberbürgermeister Darmstadts die positive Entwicklung des Stadtteils betonte und auch der Vorsitzende des Fördervereins Kranichstein in seiner Rede alle einlud, sich Kranichstein einmal anzusehen und dabei das Besondere und Schöne zu entdecken, das dieser Stadtteil zu bieten hat. Denn einmal selbst nach Kranichstein zu kommen, arbeite am effizientesten gegen all die Vorurteile, die vor allem die noch pflegen, die selbst noch nie hier gewesen sind. Die jahrzehntealte Differenz der Wahrnehmung vom Stadtteil zwischen den Bewohnenden und Auswärtigen, wurde hier deutlich.
Am 28. Mai wurde dann im Rahmen eines Kulturrundgangs das neue Sonnendeck am Brentanosee eröffnet und bei diesem Anlass immer wieder die Verbindung der Grünanlagen, öffentlichen Plätze und der Hochhäuser betont. Gewürdigt wurden dabei vor allem die im Rahmen des Bund-Länderprogramms „Soziale Stadt“ veränderten und neu geschaffenen Einrichtungen, wie die „neue Mitte“ am Ende der neu gestalteten und nun zum gemütlichen Verweilen einladenden Bartningstraße.

Anwaltsplanung in Kranichstein

Aufgrund der langsam bis gar nicht voranschreitenden Ausstattung der neuen Siedlung am Rande Darmstadts mit notwendiger Infrastruktur wie Läden, einer Apotheke, Post, Kindergärten oder Ärzten kam es zu Unzufriedenheit und Protesten der BewohnerInnen und es bildete sich 1970 die Interessensgemeinschaft Kranichstein (IGK).

Ab 1972 wurden die in der IGK organisierten BewohnerInnen von zwei Anwaltsplanern unterstützt, die von der Stadt eingesetzt aber nicht weisungsgebunden als Vermittlungsinstanz zwischen der Verwaltung und den Planungsbetroffenen dienen sollte. Sie sollten die Interessen und Wünsche der BewohnerInnen in konkrete Planungsvorschläge umwanden und somit die Partizipation der Betroffenen am Planungsprozess ermöglichen.

Dieser Versuch der Anwaltsplanung wurde durch das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) wissenschaftlich begleitet und auch vom Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau finanziell gefördert. Im Rahmen dessen wurde die Anwaltsplanung teilnehmend beobachtet und dazu Berichte verfasst: beispielsweise für interessierte PolitikerInnen mit dem Ziel den Prozess der Anwaltsplanung darzustellen und die Vorteile der Anwaltsplanung für die Beteiligten herauszuarbeiten. Aber auch an anderen Publikationen zur Ermunterung interessierter BürgerInnen beteiligte sich die Autorengruppe des IWU, wie im Falle des Sammelbandes „Labyrinth Stadt“.

Andritzky M, Becker P, Selle G (Hrsg.): Labyrinth Stadt. Planung und Chaos im Städtebau. Ein Handbuch für Bewohner; Köln 1975.
Brech J, Greiff R, Schäfer H, Will K, Zinn H.: Anwaltsplanung. Eine empirische Untersuchung über ein Verfahren zur gerechteren Verteilung von Sachverstand in Planungsprozessen; Bonn 1977.